Münchner Filmzentrum
  • [ Das Online-Kino-Programm ]

    Im Online-Kino des Filmmuseums gibt es auch weiterhin regelmäßig ungewöhnliche Filme zu entdecken.

    Derzeit wechselt das Programm auf dem Vimeo-Kanal
    1 bis 2 Mal pro Woche. Der Abruf der Filme ist kostenfrei.

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    [ DO, 22. April – SO, 25. April ]
     
    Retrospektive Dagmar Knöpfel

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    [ 1. ] Ein Abend in der Stadt | D 1988 | 29:56 min.
     
    Regie + Drehbuch: Dagmar Knöpfel | Kamera: Frank Heinig

    Ein fast wortloser Film, der einer Studentin durch ihren Tag in München folgt: die Fahrt zur Uni, das Lernen in der Stabi, am Abend ins Kino und dann Tanzen gehen. Allein. Die Stadt und ihre Menschen, alle Details werden durch ihre Augen wahrgenommen. So entstand eine Art Verlorenheitsstudie und heute außerdem ein faszinierendes München-Dokument. Als Spielfilm wurde Dagmar Knöpfels Abschlussfilm an der HFF „sehr zwiespältig aufgenom-
    men“. Eher handlungsarme, leise beobachtende Spielfilme
    wurden in einer Zeit, als die Studenten eher dem Hollywoodkino nacheiferten, nicht gewürdigt, so Knöpfel. EIN ABEND IN DER STADT war Dagmar Knöpfels erster Film in Farbe und entstand nicht nach einer literarischen Vorlage, sondern nach einem
    eigenen Drehbuch.

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    [ 2. ] Full House | DE 2008 | 41 min.
     
    Regie + Drehbuch: Dagmar Knöpfel | Kamera: Peter Zeitlinger, Philipp Haberland, Michaela Kratzer, Christina Hillinger
    Musik: Mark‘n‘Simon, MusiComedy

    Zwei Geschwister laden ein paar Freunde in eine Villa ein: sturmfreie Bude. Sie wollen feiern. Doch ein unerwartet mitge-
    brachter Gast bringt das ursprüngliche Konzept durcheinander. Nun wird Poker gespielt, mit neuen Regeln, die eine von ihnen dann zu wörtlich nehmen will. Der Film entstand in einem Seminar der HFF als gemeinsame Kamera- und Regieübung, als Dagmar Knöpfel dort Regie unterrichtete. Es war auch der erste Film, den der heute sehr erfolgreiche Cutter Simon Gstöttmayr geschnitten hat. Gedreht wurde in Österreich.

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    [ 3. ] Tintoretto – Das Drama des Bildes | DE 2000 | 42:46
     
    Regie und Drehbuch: Dagmar Knöpfel | Kamera: Frank Lorbiecki
    Schnitt: Birgit Thiema | Sprecher: Michael Tregor

    Der italienische Maler Tintoretto wurde im 16. Jahrhundert in Venedig geboren. Seiner Stadt ist er ein Leben lang treu geblieben. Seine Bilder findet man noch heute an den Orten, für die er sie gemalt hat: in den venezianischen Kirchen, den Schulen der Laienbruderschaften, den Palästen. Zu seinen bekanntesten Werken gehören die monumentale Darstellung einer Sklaven-Befreiung durch den Heiligen Markus sowie diverse Abendmahl Darstellungen. An seinem Hauptwerk, den Decken- und Wandbil-
    dern in der Scuola di San Rocco, die Szenen aus dem Alten Testament und dem Leben Jesu darstellen, arbeitete Tintoretto
    20 Jahre lang. Das Künstlerporträt von Dagmar Knöpfel ist eine Hommage an den berühmten Maler der Renaissance.

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    „Filme machen heißt für mich kommunizieren mit fremden Menschen, die in einem Kino zusammenkommen. Menschen die
    die Bilder des auf die Leinwand projizierten Films auf sich wirken lassen und darauf emotional oder intellektuell reagieren. […]
    Einen Film zu realisieren ist für mich jedesmal ein Abenteuer, das Erkunden von etwas Neuem, und zwar sowohl inhaltlich als auch formal. Und es ist auch immer eine Auseinandersetzung mit Raum und Zeit. Mich interessieren vor allem Randgebiete, Themen […] die nicht dem Zeitgeist entsprechen. Film als Erforschung der Geschichte der Emotionen, Literatur als Inspiration für Filme, Frauengeschichten, […] vielleicht auch ein weiblicher Blick?”
    (Dagmar Knöpfel, März 2021)

    DAGMAR KNÖPFEL (geb. 1956 in Heilbronn) studierte an der LMU München Kunstgeschichte, Geschichte, Archäologie und Soziologie, bevor sie 1988 ihr Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München (HFF) begann. Seit 1989 arbeitet sie als Autorin, Regisseurin und Produzentin.

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    [ MO, 19. April – DO, 22. April ]
     
    Experimentelle Filme von Jürgen Reble

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    [ 1. ] Das goldene Tor | DE 1993 | 55 min
     
    Regie + Schnitt: Jürgen Reble | Musik: Thomas Köner

    „In DAS GOLDENE TOR werden Fragmente aus Naturfilmen über Insekten und Reptilien, Bilder aus Raumfahrt und Astronomie und eigene Aufnahmen menschlichen Umtriebes aus der unmittelbaren Umgebung miteinander verwoben. Dabei werden die Erfahrungen jahrelanger Forschung der chemischen Manipulation des Bildsilbers während und nach der Entwicklung auf die Bilder angewendet. Sie erhalten eine malerische Qualität und schaffen eine Atmosphäre, die zwischen Traum und Wirklichkeit liegt. […] „Das goldene Tor“ ist ein Begriff aus vorchristlicher Mythologie, der eine Verinner-
    lichung und Erneuerung des göttlichen Feuers beim Durchgang durch die Wintersonnenwende bezeichnet.“ (Jürgen Reble)

     
    [ 2. ] Ein bewährter Partner | DE 1993 | 19:30 min
     
    Regie + Schnitt: Jürgen Reble

    „Ich gelangte in den Besitz eines alten Siemens Industriefilms über Computer und deren Sprache. Um ihn besser genießen zu können, beseitigte ich zuerst den Ton, dann nahm ich die Farben heraus und verlangsamte die Geschwindigkeit. Allmählich kam die Substanz zum Vorschein und ich ahnte die tiefe Meditation,
    die in dem Film verborgen lag. Also kopierte ich das Material
    auf schwarz/weiß und ließ das Bild im Atemrhythmus pulsieren.
    Auf der Tonspur fügte ich gregorianische Choralgesänge hinzu.“
    (Jürgen Reble)

     
    [ 3. ] Gespräch mit JÜRGEN REBLE | 2021 | 126:29 min.
     
    Stefan Drößler (Filmmuseum) spricht mit dem „Filmalchemisten“ über sein Werk (Aufzeichnung im Kinosaal des FMM – mit beispielhaften Filmausschnitten).

    >> Verfügbar ab DO, 15. April

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    JÜRGEN REBLE (geb. 1956 in Düsseldorf) bezeichnet sich nicht ohne Grund als „Filmalchemist“: Auf der Suche nach dem besonderen Merkmal des Bildes manipuliert er die Filmemulsion mit biologischen und chemischen Mitteln. Das Ergebnis beschreibt er als „einen Sturm von nicht linearen Bildern, die sich rings um die Abstraktion, die Form und die Farbe konzentrieren“.
    Reble war von 1979 bis 1989 zusammen mit Jochen Lempert und Jochen Müller Mitglied des Filmkollektivs Schmelzdahin.
    Seit 1992 arbeitet Reble mit dem Klangkünstler Thomas Köner in verschiedenen Performances zusammen.
    1997 erhielt er ein Stipendium des Kunstfond Bonn.
    1997 – 2003 begleitete er die Konzerte von Porter Ricks mit speziellen visuellen Arangements.
     
    >> Website von Jürgen Reble: https://www.filmalchemist.de/

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    Bis auf Weiteres wird es kein neues Programmheft geben.
    Es wird stattdessen online sowie ggf. über gesonderte Flyer über das jeweils aktuelle Programm im Kino und online informiert.
    Wir halten Sie auch diesbezüglich auf dem Laufenden.
     
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    +++ Auf Wunsch gibt’s jeden Freitag das Wochenprogramm per Mail – hier den kostenlosen Newsletter des FMM abonnieren.
     
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    [ Quelle Filmbeschreibungen: Filmmuseum München ]

    [ Kino-Photo: FMM | Bild-Collagen & Graphiken: Idún Zillmann ]