Münchner Filmzentrum
  • Hommage an Enno Patalas

    Vom 9. bis 8. Juli widmet das Filmmuseum

    seinem langjährigen Leiter eine eigene Filmreihe

    Im Juli steht das Programm des Filmmuseums ganz im Zeichen von Enno Patalas, der von 1973 – 1994 Leiter des Münchner Filmmuseums war. In dieser Zeit hat der Filmhistoriker und -kritiker leidenschaftlich ambitionierte – oft genug auch: wagemutige und kontrovers diskutierte – Kino-Programme gemacht, Stummfilme restauriert und eine Sammlung aufgebaut, die der Münchner Institution nicht nur bundesweit, sondern auch international hohes Renommee verschafft hat.

    Die Filmreihe in memoriam Enno Patalas (1929 – 2018) bietet einen guten Einblick in das breit gefächerte Wirken und Schaffen des umtriebigen Cinéasten, der den größten Teil seines Lebens dem Film gewidmet hat – übrigens gemeinsam mit seiner Frau Frieda Grafe (1934 – 2002), die wohl Deutschlands hervorragendste Filmkritikerin war und von vielen ihrer Kolleg*innen als ihr unerreichtes Vorbild bezeichnet wird.

    Auch Grafe ist in dieser Filmreihe vielfach präsent – z.B. mit den Filmessays, die Patalas und sie gemeinsam fürs Fernsehen entwickelt und produziert haben. Aber auch in ihren Filmkritiken (siehe Programmheft sowie weiter unten im Text).

    In den kommenden 3 Wochen bekommen wir im Filmmuseum eine ungewöhnlich vielfältige Mischung unterschiedlichster Filme aus unterschiedlichen Zeiten (1922 – 2007!) und Genres zu sehen: Neben Filmen, über die Patalas geschrieben hat, sind dies vor allem Filme, die er für die Sammlung des Filmmuseums angeschafft hat (z.B. Filme der Nouvelle Vague und des jungen deutschen Films) sowie Stummfilme, die er hier am Haus mit minutiöser Akribie und Ausdauer rekonstruiert bzw. restauriert hat.

    Außerdem sind erstmals alle seine Fernsehsendungen im Kino zu sehen – eine einmalige Gelegenheit, seinen Zugang zu Filmen sowie den Ansatz seiner „Vermittlungsarbeit“ anschaulich kennen zu lernen. Darüber hinaus kann man Enno Patalas auch noch in einigen Spiel- und Dokumentarfilmen als Darsteller erleben – z.B. als Pastor in Werner Herzogs Kaspar-Hauser-Film „Jeder für sich und Gott gegen alle“.

     

    Eine kompakte Übersicht des gesamten Filmreihe zu Patalas

    finden Sie auf dieser Seite in PDF-Form

    sowie tagesaktuell im Spielplan

    auf der Seite des Filmmuseums.

     

    Mehr über seine Zeit als Leiter des Filmmuseums, seine Arbeitsweise und seine Zukunftsideen für das Haus können Sie in einem Interview erfahren, das der Filmwissenschaftler und ehemalige MFZ-Vorstand Dr. Thomas Brandlmeier 1992 mit Enno Patalas für EPD Film geführt hat. Das Interview wird in einem neuen Fenster als PDF-Dokument geöffnet..

    Enno Patalas und Frieda Grafe hatten eine außergewöhnliche, fast schon symbiotische Lebens- und Arbeitsverbindung. Immer wieder haben sie betont, wie sehr die Ergebnisse ihrer jeweiligen Arbeiten auf den gemeinsamen Filmerlebnissen und Gesprächen beruhen. Dementsprechend möchten wir im Rahmen der Patalas-Filmreihe auch nochmal dem wegweisenden Schaffen der Filmkritikerin Frieda Grafe Raum geben, indem wir einige ausgewählte Texte von ihr auf dieser Plattform präsentieren.

    >>>  FILMTIPS von FRIEDA GRAFE zu Filmen

    aus der Patalas-Filmreihe

     

    <<  Während die Patalas-Filmreihe läuft wird das MFZ hier weitere Texte zum Schaffen und Wirken von Enno Patalas sowie auch einige Texte von Frieda Grafe veröffentlichen – schauen Sie wieder bei uns vorbei !  >>

     

    [ Idún Zillmann ]

     

    [ Foto: Filmmuseum München ]